Sonntag, 17. Mai 2015

Ernährungsheilkunde

... Die Ernährung bildet Grundlage für die Gesundheit. Eine richtig verstandene und praktizierte Ernährungsheilkunde erreicht die Menschen, bevor Fehler bei der Ernährung durch Mangelzustände zu manifesten Krankheiten führen. Sie ist offen, undogmatisch, individuell und praxisbetont. Sie erkennt aber auch die grosse Gefahr, die von der Nahrungsmittel- und Süsswarenindustrie durch die Schlaraffisierung des Alltags vor allem für Kinder ausgeht. 

Das praktische Beispiel des Diabetes mellitus Typ II, des Altersdiabetes, die immer bedrängendere Ausmasse annimmt, mag hier einen Hinweis auf die verbindende und übergreifende Aufgabe des IEG geben. Vor 25 Jahren waren lediglich etwas mehr als 1 % der Altersdiabetiker – daher auch der Name – zwischen 9 und 19 Jahren alt. In den USA nähert sich diese Quote jetzt der 50-%-Marke mit insgesamt rasanten Steigerungsraten. Ähnliche Entwicklungen werden auch bei uns beobachtet. Ein verheerender Trend für die Langzeitgesundheit der Bevölkerung und die Kostenfolgen: Der Typ-II-Diabetes ist bei Erwachsenen der Hauptgrund für Erblindung, Amputationen und Nierenversagen mit all den Folgeerkrankungen. Keine Frage: die für Industrienationen typische Fehlernährung mit zu hohem Konsum an gehärteten Fetten, tierischem Eiweiss und vor allem Zucker und isolierten Kohlenhydraten hat den rasanten Anstieg ausgelöst. Es gilt also zuallererst, aufzuklären und den Ursachen auf den Grund zu gehen. Selbstverständlich ist es auch Aufgabe eines Arztes, Apothekers oder Therapeuten, bei Krankheiten wie Altersdiabetes über eine Ernährungsberatung und Diätpläne individuell zu helfen. 

Philosophie / Entstehungsgeschichte
Vor mehr als 2000 Jahren stellte der griechisch-römische Arzt Galenus Galen, der das Wissen der antiken Heilkunde in einem einheitlichen System zusammenfasste, fest: Mehr Menschen als das Schwert tötet der Frass.Die Tötungsmechanismen sind zwar heute subtiler geworden, die galenische Aussage über den Frass ist dagegen aktueller denn je: Immer mehr Menschen erkranken, leiden und sterben an den ernährungsbedingten Krankheiten. 

Die Nahrung ist heute in der Industriegesellschaft der wichtigste Krankheitsfaktor, und die bedrängenden Krankheitsbilder unserer Zeit verschieben sich immer mehr von der akuten auf die chronisch-degenerative Seite. Der Zeitfaktor spielt also eine entscheidende Rolle. Es vergeht meist ein längerer Zeitraum, bei dem Krankheitszeichen kaum oder überhaupt nicht in Erscheinung treten. 
Wir werden mit den Folgen von Fehl- und Mangelernährung in der Regel erst dann konfrontiert, wenn die krankheitsverursachenden Faktoren schon weit fortgeschritten sind, Organschädigungen vorliegen und eine ursächliche Behandlung schwierig und kostenaufwendig ist. Die Rechnung für dieses Verhalten wird gebieterisch präsentiert: unser Gesundheitssystem ist auf dem besten Wege zu entgleisen. Es versagt bei der Behandlung der ernährungsbedingten chronischen Krankheiten weitestgehend, da die Ursachen durch eine kurative Apparate-, Rezept- und Reparaturmedizin nicht beeinflusst werden können.

Eine Medizin, die vorwiegend auf das Behandeln von Symptomen und nicht auf das Erkennen im Frühstadium und das Verhindern von Krankheiten ausgerichtet ist, erfüllt die Forderungen unserer Zeit nicht mehr und verursacht letztlich eine Kostenflut, unter der die Gesundheitswesen aller Industrieländer zusammenbrechen. Wir brauchen also eine vorausschauende, vorausdenkende Medizin, bei der die Gesundheitsvorsorge, die Prävention eine entscheidende Rolle spielt – die Menschen erreicht, bevor durch Fehlernährung und Fehlverhalten chronisch-degenerative Krankheitsbilder auftreten.
Technik

Wie wird die praktizierte Ernährungsheilkunde eingesetzt
Arztes, Apothekers oder Therapeuten helfen bei Krankheiten wie Altersdiabetes mit einer umfassenden Ernährungsberatung und Diätplänen. 
Mitglieder des IEG verfügen für eine solche Beratung nicht nur über das notwendige theoretische Wissen, sondern auch über praktische Erfahrungen im Küchenalltag. Das Institut für Ernährung und Gesundheit bietet ihren Mitgliedern Weiterbildungs- und Kochkurse, Kräuterwanderungen mit praktischer Anwendung der Kräuter sowie Workshops mit speziellen Gruppen wie autistischen und hyperaktiven Kindern an, die immer auch ein gemeinsames Gestalten der Freizeit wie Kochen, Essen, Naturerleben und Arbeiten mit Naturmaterialen beeinhalten. Damit wird der berufliche Horizont erweitert, was letztlich auch neue Wege in der therapeutischen Arbeit erschliesst. 

Nebenwirkungen / Vorsichtsmaßnahmen 

Text von Paul Silas Pfyl, Institut für Nahrungsheilkunde, Richterswil 

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