Sonntag, 17. Mai 2015

Craniosacrale Osteopathie

Anfangs des 20. Jahrhunderts entwickelte Dr. W. G. Sutherland auf der Basis der Osteopathie die Craniosacrale Osteopathie (CSO). Daraus entstand eine immer feinere, behutsamere und vollkommenere Methode (CST), mit deren Hilfe heute Therapeuten viele Menschen bei ihrem Heilungsprozess unterstützen.

Worauf stützt sich die CST?Begriffe:
cranium = Schädel
sacrum = Kreuzbein
Dura mater = harte Hirnhaut
liquor cerebrospinalis = Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit

Gehirn und Rückenmark sind von einer Hülle (Dura) umgeben. Diese übt einerseits eine Schutzfunktion aus und gewährleistet andererseits die Zirkulation der cerebrospinalen Flüssigkeit. Diese Flüssigkeit schützt das Zentralnervensystem vor Stoss und Druck von aussen und spielt eine wichtige Rolle bei diversen Stoffwechselvorgängen. Durch Druckunterschiede im System kommt ein Pulsieren zustande, das am ganzen Körper zu fühlen ist.

Grundlagen der CST:Dieses Pulsieren, das Dr. W. G. Sutherland «Lebensatem» («primäre Atmung», «Breath of Life») nannte und mit Ebbe und Flut (rhythmische Bewegungen) verglichen werden kann, liefert diagnostische wie auch therapeutische Informationen. Der «Lebensatem» ist direkt mit der Gewebeatmung des Zentralnervensystems verbunden, das die Lungenatmung (sekundäre Atmung) und die gesamten Körperfunktionen reguliert. Er wird gleichzeitig über Hirn- und Rückenmarkflüssigkeit in alle Zellen des ganzen Körpers verteilt, wo er die heilenden und ordnenden Kräfte organisiert und damit für unsere Gesundheit sorgt.

Für wen ist CST hilfreich?
Sie kann vom Neugeborenen bis hin zum alten Menschen, sogar in sehr gebrechlichem oder schmerzvollem Zustand, angewendet werden.



Wann wird CST angewendet?Schock und Trauma 
Rehabilitation nach Krankheit und Unfall, Schleudertrauma 
Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Sinusitis 
Geburtstrauma, Kolik- und Verdauungsprobleme beim Säugling, Schlafprobleme (Schreibaby) 
Hyperaktivität bei Kindern, Konzentrationsstörungen 
Neurologische Erkrankungen 
Depressionen, Erschöpfungszustände, stressbedingte Beschwerden 
Menstruationsbeschwerden 
Organerkrankungen, Verdauungsstörungen 
Asthma, Allergien und Hauterkrankungen 
Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen 
Augenprobleme (z. B. grüner Star - Glaukom) 
Kiefergelenkprobleme, kieferorthopädische Vorsorge und Begleitung 

Wann wird CST nicht angewendet?
Aneurysma (krankhafte Ausbuchtung einer Hirnarterie)
Hydrocephalus (Wasserkopf)
Unmittelbar nach Schädel- oder Hirnverletzungen

Wie wird CST ausgeführt?
Durch feinste Druck- und Zugbehandlung (Sensibilität der Hände) an Kopf und Wirbelsäule wird Einfluss auf das CS-System genommen, das wie Blutkreislauf oder Atem lebenslang pulsiert.

Wie verläuft eine Therapie?
Ein ausführliches Gespräch schafft den ersten Kontakt und bietet Möglichkeiten für Klient und Therapeut, erste Eindrücke und Informationen zu sammeln.

Anzahl Sitzungen: 
gemäss Beschwerdebild und Therapieverordnung

Sitzungsdauer: 
ca. eine Stunde, bei Kindern eher kürzer.
In bequemer Kleidung liegt man auf einem Massagetisch.
Die Sitzungen werden klientenzentriert und gesprächstherapeutisch begleitet. 

Therapieziele:
Integration von Körper, Seele und Geist, Unterstützung und Findung des Gleichgewichtes sowie Aktivierung der Selbstheilungskräfte durch Eigenkorrektur, Anregung der Blutzirkulation und Entspannung des Nervensystems, Anleitung zu eigenem Handeln durch Vermittlung von therapeutischen Übungen zur Anregung des CS-Rhythmus im Körper.

Was kostet eine CST Sitzung?
Die Craniosacral-Therapie wird von Krankenkassen (Zusatzversicherung) anerkannt. 

Text: Mit freundlicher Erlaubnis von Petra Huggel, Münchenstein BL 

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